Seetaler Poesiesommer 2026
September
Das Heft «Vuiteboeuf» der Poesiesommer-Reihe Lire la Suisse lädt dazu ein, den Ort am Jurasüdfuss zu entdecken. Der Band kann mit eigenen Beobachtungen annotiert oder mit Fotos ergänzt werden. – Treffpunkt: Gare.
«Das erste Wort» / «Zwiegespräch der Backsteine» / «Generikum» / «Der Bullterrier» / «Bauer im Feld» / «Weimar im Märzen» heissen einige Gedichte aus dem epochalen literarischen Lesebuch Turm Angst von Bert Siegfried (Zürich) und Walter Schüpbach (Adligenswil). Das in dreijähriger Zusammenarbeit entstandene Werk enthält auch Kurzprosa, Fabeln, Anekdoten, Dialoge voller Poesie und Witz und macht, so die Autoren, «die mühevolle Existenz und das lustvolle Traumwandeln eines emeritierten Apothekers und Paukers im Brotberuf erleb- und spürbar». – Treffpunkt: Vor der Klosterkirche.
«Le jardin Darcy… un havre de repos… un jardin selon les goûts de l’époque»: Schreiben unter Bäumen im Park des Henri Darcy, der 1838 ein Reservoir zur Trinkwasserversorgung der Stadt entworfen hatte. Ein Ort, der den Schreibfluss anregt. Stift und Papier sind die einzige Voraussetzung zur Teilnahme. – Treffpunkt: Jardin Darcy, Ours Pompon.
«…plaisir des sens… respirez et admirez ce jardin… la nature a du goût»: Inmitten der vielfältigen Pflanzenwelt und den Düften des Jardin de l’Arquebuse kennt die dichterische Fantasie keine Grenzen. Schreiben in diesem botanischen Garten, der mit wenigen Schritten vom Bahnhof aus erreichbar ist. – Treffpunkt: Jardin de l’Arquebuse, Pavillon du Raines.
Die Schweiz lesen – lire la Suisse – leggere la Svizzera – leger la Svizra heissen die von Ulrich Suter herausgegebenen kleinen Poesiesommer-Bände mit Fotografien aus dem Bildarchiv der ETH. Sie mögen dazu anregen, auch unbekannte Orte in der Schweiz aufzusuchen und mit wachen Sinnen wahrzunehmen. Zwei Lyrikerinnen bieten an dieser Matinée die literarische Inspiration dazu. «Du konntest nicht begreifen, was Du sahst…» hebt das Sonett En plein air der englischen Lyrikerin Magdalena Pemberton an, worin sie dem Maler William Turner und seiner Begabung, die Atmosphäre am Vierwaldstättersee zu aquarellieren, nachspürt. Maggie kam 1982 nach Luzern und verfasste mehrere lyrische Veduten-Sammlungen zur Schweiz. – Der neue Gedichtband Tace il lago – Der See schweigt der Tessiner Lyrikerin Elena Spoerl Vögtli (Carabbia) enthält subtile Beobachtungen – wie etwa im Gedicht Si sta come gocce sui fili – Wir sind wie Tropfen auf einem Draht, worin es heisst: «Es reicht nur wenig, eine kleine / Änderung in der Neigung, ein Lufthauch, / eine Spannung, und der Tropfen zittert, / bleibt oder fällt…» – «Basta poco, sottili cambiamenti / d’inclinazione, soffi / tensioni e la goccia traballa e poi / o resiste o cede…». Die deutschen Übersetzungen Christoph Ferbers liest Janine Zumstein und am Flügel umrahmt die junge Pianistin Leonor Zumstein den Anlass musikalisch.
«Der Schneider trug in seiner Tasche nichts als einen Fingerhut, welchen er, in Ermangelung irgendeiner Münze, unablässig zwischen den Fingern drehte, wenn er der Kälte wegen die Hände in die Hosen steckte, und die Finger schmerzten ihm ordentlich von diesem Drehen und Reiben. Denn er hatte wegen des Fallimentes irgendeines Seldwyler Schneidermeisters seinen Arbeitslohn mit der Arbeit zugleich verlieren und auswandern müssen. Er hatte noch nichts gefrühstückt als einige Schneeflocken, die ihm in den Mund geflogen, und er sah noch weniger ab, wo das geringste Mittagbrot herwachsen sollte. Das Fechten fiel ihm äußerst schwer, ja schien ihm gänzlich unmöglich, weil er über seinem schwarzen Sonntagskleide, welches sein einziges war, einen weiten dunkelgrauen Radmantel trug, mit schwarzem Sammet ausgeschlagen, der seinem Träger ein edles und romantisches Aussehen verlieh, zumal dessen lange schwarze Haare und Schnurrbärtchen sorgfältig gepflegt waren und er sich blasser, aber regelmäßiger Gesichtszüge erfreute.» Der Titel der bekannten Erzählung von Gottfried Keller wurde zum geflügelten Wort: Kleider machen Leute. Im Gewölbekeller des Sandmeierhauses sind dazu einheimische Geschichten zu vernehmen. Der Musiker Hansruedi Zeder (Hochdorf) spielt am feinen und leisen Clavichord Musik, die sich hören lässt. – In Zusammenarbeit mit dem Aargauischen Trachtenverband. Adresse: Kulturplatz Dörflistrasse 1.
«Giuliano Pedretti» – ein Film von Lea Jaecklin. Im Rahmen der Ausstellung Turo & Giuliano Pedretti lädt das Museum Vaz/Obervaz ein zum Erzählcafé mit Lea Jaecklin (Genf/Celerina), der Nichte des Künstlers. Sie präsentiert den Film «Giuliano Pedretti erklärt die Entwicklung seiner Arbeit» mit dem Originalton des Bildhauers, der sich nebst seinem Kunstschaffen zeitlebens für den Erhalt der romanischen Kultur engagiert hat. – Postautohaltestelle: Vaz/Obervaz, Zorten.
«Le langage des Vaudois» heisst eine Publikation des Waadtländer Schriftstellers Henri Perrochon, der 1899 in Provence geboren wurde. Er war ein Kenner des Kantons und seiner Literatur. Das Heft «Provence» der Poesiesommer-Reihe Lire la Suisse mit Fotos aus dem Bildarchiv der ETH lädt dazu ein, das Waadtländer Dorf zu entdecken. Der Band kann mit eigenen Beobachtungen annotiert werden. – Treffpunkt: Bei der Kirche.
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Eintritt Fr. 15.-
Das November-Programm erscheint Ende des Vormonats.
Reservationen / Anfragen sind erbeten an: ulrich.suter.kultur@bluewin.ch
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Vereinigung Pro Heidegg
Historische Vereinigung Seetal
Gemeinde Hochdorf