Seetaler Poesiesommer 2026
Oktober
«Dans un cadre un peu mystérieux, plein d’ombre et de fraicheur en été, alimenté par une source abondante, ce beau bassin dont la solidité doit défier le temps, est un ouvrage de Marc-Antonine Bignens», schreibt Paul Bonnard in seiner Schrift Fontaines de Vaulion über die Fontaine de la Diay, und weiter: «Qui songerait, aujourd’hui, à s’arrêter un instant auprès de ces fontaines? Les autos passent, passent…». Bonnards Frage möge eine Aufforderung sein, Vaulion über seine vielen Brunnen kennenzulernen und dabei eigene literarische Skizzen im soeben erschienenen Band Lire la Suisse: Vaulion von Ulrich Suter festzuhalten. – Treffpunkt: Postautohaltestelle Vaulion, poste.
Identität und Integrität. Die Innerschweizer Herkunft und das Verinnerlichen der schwedischen Landschaft und Kultur prägen das künstlerische Schaffen von Herbert Werder (Ruswil) in mentaler und visueller Hinsicht. Mit einem Video und zwei Skulpturen kreiert er ein meditatives Raumerlebnis, das Hansruedi Zeder (Hochdorf) mit drei Clavichorden musikalisch ausgestaltet und mit Stücken von J.S. Bach – R. Dürrenmatt – S. Ghisleri – B. Parker zu einem Gesamtkunstwerk transformiert. Fredrika Wikland (Ruswil) präsentiert dazu ein Originalbild ihrer Mutter Ilon Wikland, der berühmtesten Kinderbuchillustratorin Schwedens, und berichtet über ihre Sicht auf die Illustrationen von Astrid Lindgrens weltbekannten Büchern. – Platzzahl beschränkt. Anmeldung bis 1.10. an: ulrich.suter.kultur@bluewin.ch. – Ort: c/o Zeder Lehmann, Urswilstrasse 29.
«La terra è bella e sconfinata // Se fossi un uccello / le volerei intorno / ebbro d’aria la corteggerei / cantandole timidi inni… », beginnt ein Gedicht der Tessiner Lyrikerin Elena Spoerl Vögtli (Carabbia) im Band Tace il lago – Der See schweigt. Es lautet in der Übersetzung von Christoph Ferber so: «Die Erde ist endlos und schön // Wär ich ein Vogel, flög ich gleich um sie herum, / lufttrunken würd ich ihr schmeicheln, / ihr behutsame Hymnen singen, / und ohne dass ich sie erobert hätte / wär sie so mein.» Zusammen mit Janine Zumstein (Bern) stellt die Autorin weitere Gedichte, in der sie über die Natur und das Leben sinniert, zweisprachig vor. – Treffpunkt: Vor der Klosterkirche.
«Unterwegs in einer anderen Welt», heisst die aktuelle Ausstellung des belgischen Naturfotografen Johannes Weber (Eupen), der sich in seinen Fotografien von der japanischen Haiku-Dichtung anregen lässt. An dieser Matinée spricht er über das Zufallsmoment, das zu den Bildern führt, und über Licht und Schatten, die Fotografie auszeichnen. 2022 hat er den Band Erinnerungen an Amrain: Hommage an Gerhard Meier fotografisch bebildert. – Ort: BRF-Funkhaus, Kehrweg 11.
«Europawäldli»: Ein Kulturprogramm im Zeichen des internationalen Austauschs. Seit 2014 werden beim ehem. Landessender unter der Ägide des Poesiesommers Bäume zu Ehren der europäischen Kulturräume gepflanzt: eine Birke für Schweden und eine Eiche für Polen (2014), eine Blutbuche für Belgien und eine Rosskastanie für Frankreich (2015), eine Rottanne für Italien und eine Eiche für Spanien (2016), eine Buche für Dänemark und eine Rotbuche für Liechtenstein (2017), eine Silberweide für Österreich und eine Schwarzpappel für die Niederlande (2018), eine Eibe für Grossbritannien und eine Birke für Finnland (2019), ein Ginkgo für Deutschland und ein Schlehdorn für Irland (2020), eine Schlangenhautkiefer für Bulgarien und ein Wacholder für Estland (2021), ein Seidelbast für Griechenland und eine Linde für Rumänien (2022), ein wilder Kirschbaum für Kroatien und ein Nussbaum für Serbien (2023), ein Spitz-Ahorn für Lettland und eine Edelkastanie für den Vatikanstaat (2025). Heuer kommen zu Ehren von Tschechien und der Slowakei zwei weitere Bäume dazu. Mit Vorführung der tschechisch/slowakischen Tanzgruppe Folklor 75 unter Leitung von Matthias Haag. – Adresse: KKLB, Landessender 1.
«Wilhelmina, die Sammlerin»: Szenische Führung zu Walther von Hallwyls einflussreicher Ehefrau Wilhelmina (geb. Kempe), die aus einer der reichsten Familien Schwedens stammte und eine passionierte Sammlerin war. Im Anschluss vermittelt der schwedische Historiker Gösta Sandell (Stockholm), Kurator an Statens historiska museer, ein Bild des Grossbürgertums der Belle Epoque und vermittelt Einblick in den Alltag der Familie von Hallwyl-Kempe, zu der die engagierten und begabten Töchter Ebba von Eckermann und Ellen Roosval von Hallwyl gehören. Das Ende des 19. Jh. erbaute Wohnpalais der Familie ist das heutige Hallwylska museet an der Hamngatan, eines der beliebten Museen Stockholms.
Literatur aus dem Aargau. Lesungen mit Beatrice Häfliger (Hoffeld), die in ihrem Roman Der zersprin-gende Blick das existenzielle Thema von Leben, Liebe und (Un)endlichkeit aufgreift und auf berührende Weise erzählt, sowie mit Thomas Greber (Baden), der seinen neuen Roman Nebel am Hang vorstellt. Mit Autorengespräch. – Adresse: c/o Strebel Masciadri, Bahnhofstrasse 15 (vis-à-vis Bahnhof).
«… Se i tempi / sono cambiati non sono cambiate / le forme dell’addio. Raccogli / le memorie che si torna a casa» – «Wenn die Zeiten / sich ändern, bleiben die Formen des Abschieds / die gleichen. Sammle die Erinnerungen, / es gilt nach Hause zu gehen», schreibt Salvatore Smedile, der für seine eindringlichen Gedichte mit dem Schweizer Kulturpreis Premio Masciadri ausgezeichnet wird. Zum Auftakt der Feier, die Cornelia Masciadri moderiert, spielt Stefano Ghisleri (Brescia) seine gross angelegte Sonate Ultimo canto nach einem Gedicht von Virgilio Masciadri. Zur Preisübergabe mit Laudatio von Barbara Traber erscheint im Tessiner Verlag alla chiara fonte der von Christoph Ferber betreute und übersetzte zweisprachige Band Gedichte / Poesie. Er bietet einen Querschnitt aus Smediles Schaffen der Jahre 1990-2025. Der Lyriker wurde 1959 als Sohn italienischer Einwanderer in Winterthur geboren und übersiedelte 1992 nach Italien. Hansruedi Zeder begleitet den Anlass am Flügel mit weiteren Kompositionen von Stefano Ghisleri. – Mit Apéro in der Pause. –Adresse: Marktgasse 53 (Festsaal, 2. Stock).
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Eintritt: Fr. 15.-
Reservationen / Anfragen sind erbeten an: ulrich.suter.kultur@bluewin.ch
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Vereinigung Pro Heidegg
Historische Vereinigung Seetal
Gemeinde Hochdorf