Seetaler Poesiesommer 2026
August
Der Palazzo della Barca in Comologno war seit den 1930er Jahren ein Hort der Kunst. Auch Elias Canetti war hier zu Gast. Sven Hanuschek, Autor der ersten Canetti-Biografie, berichtet über dessen Aufenthalt im Onsernonetal. Annette Korolonik-Andersch und Alexander Grass laden zu dieser Lesung ein. – Adresse: Rosso 1, Loco. – Postauto ab Locarno Bahnhof um 12.20 Uhr.
«… das wasser kennt nur / fragen keine antwort / es kennt die richtung seines meeres / kennt erinnerung …», schreibt die in Berlin geborene Lyrikerin Maria Marggraf (Basel) in ihrem zweiten Lyrikband ich ass dein kraut. Er ist in der edition pudelundpinscher jüngst erschienen. Darin findet sich «ein etwas das ich nicht fassen kann / ein etwas das mich hält / und irren lässt» und am Schluss des Gedichts ich weiss nicht was die Verse «… ich / verwende meine ganze kraft ich werde / eine weisse lilie wachsen lassen / nur aus mir – damit ich bin und bin / damit du wer du bist und bist». – Treffpunkt: Vor der Klosterkirche.
«In statu nascendi…»: Konzert und malerische Live-Performance. Die interdisziplinäre Veranstaltung mit Annamarie Bracher-Peter (Hindelbank), Karima Tarchouni (Köln) und Hansruedi Zeder (Hochdorf/Calpiogna) verbindet ein konzertantes Hörerlebnis mit dem Entstehen eines Gemäldes vor Publikum. Am Konzert lassen die Blockflötistin Annamarie Bracher-Peter und der Pianist Hansruedi Zeder Werke aus dem 18. Jh. und 21. Jh. von Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und Matthias Maute aufeinandertreffen. Zu Musikstücken von J.S. Bach, Werner Bärtschi und Nicola Elias Rigato erschafft die Malerin Karima Tarchouni sodann ein Gemälde in Acryl auf grosser Leinwand.
«KV 1» betitelte der Maler und Liedkomponist Oskar Gyllenhammar (Stockholm) ein Gemälde, das den Musikbetrieb ironisch thematisiert. Der lapidare Titel hat es in sich. Auch in seinen Liedern legt der Künstler Wert auf jedes Wort. Eine Begegnung rund um die Kunst im Café Chic, Swedenborgsgatan 1.
«Klavikordkonsert (I)»: Ein im Jahr 1774 von Pehr Lundborg gebautes Clavichord in Edsbyn konnte 2017 von HansErik Svensson (Stockholm) restauriert werden und erklingt seither jährlich im Rahmen des Poesiesommers. Mayumi Kamata (Stockholm) und Hansruedi Zeder (Hochdorf) ergründen die Seele des Instruments mit Stücken aus verschiedenen Epochen. – Adresse: Hembygdsgården Mårtes.
«Klavikordkonsert (II)»: Das im Jahr 1774 von Pehr Lundborg gebaute Clavichord in Edsbyn erklingt unter den Händen der Clavichordisten Mayumi Kamata (Stockholm) und Hansruedi Zeder (Hochdorf) mit europäischer Musik aus Vergangenheit und Gegenwart. – Adresse: Hembygdsgården Mårtes.
«Klavikordkonferens»: Als europäische Premiere erklingt an dieser 2. Clavichordkonferenz in Edsbyn das Kinderclavichord ‚Prototyp 2‘, erbaut 2026 vom Schweizer Clavichordbauer Josef Wey. Hansruedi Zeder spielt darauf Stücke von Marco Facoli, Bela Bartòk und Carl Nielsen. Mayumi Kamata führt die anwesenden Musiker in die Grundlagen des Clavichordspiels ein und HansErik Svensson vermittelt nebst den technischen Besonderheiten auch historische Hintergründe aus der langen Geschichte dieses leisen Instruments in Schweden.– Adresse: Hembygdsgården Mårtes.
«Var är mitt ägg?»: Das bildmuseet in Umeå widmet dem besten schwedischen Bilderbuch eine Sonderausstellung. Es erzählt – ganz ohne Worte – die Geschichte einer Henne, dessen Ei Beine bekommt und davonläuft. «Wo ist mein Ei?» wundert sich das Huhn. – Wie ein Komponist zu einer Komposition findet, darüber berichtet der Komponist Albin Allmyr (Umeå). – Treffpunkt: Galleri Alva, Norrlands universitetssjukhus.
«Emedan jag denna dagen ingen hvart reste, gick jag ut att divertera mig af den amoena flora…» – «Da ich an diesem Tag nirgendwohin reiste, ging ich hinaus um mich an der lieblichen Flora zu erfreuen …»: Der Seetaler Poesiesommer folgt auf der Reise in den Norden den Spuren des schwedischen Naturforschers Carl von Linné, der 1732 zu einer 2000 km langen Expedition rund um den Bottnischen Meerbusen aufgebrochen war. Seine Beschreibung Iter lapponicum (Lappländische Reise) verleitet den Leser zum Verweilen in der Natur und zu eigenen poetischen Beobachtungen. Gelegenheit für kulturelle Begegnungen bieten sich in Skellefteå (15.8.), Haparanda Tornio und Kemi (16.8.) sowie in Oulu (17.8.), der diesjährigen Kulturhautpstadt Europas, und in Helsinki (18.8) an.
«Un incontro di pura poesia…» Die Lyrikschaffenden Lena Camponovo, Rodolfo Ceré, Amedeo Gasparini, Gilberto Isella, Francesco Luisi, Enzo Pelli, Marina Rezzonico, Lorenzo Sganzini, Elena Spoerl Vögtli, Simona Tuena lesen neue Gedichte. Mauro Valsangiacomo, verdienstvoller Verleger von Tessiner Lyrikpublikationen, moderiert dieses Gipfeltreffen der Poesie im Studio Foce an den Gestaden des Lago di Lugano. «E poi… eppoi in fondo è ancora bello / aprire la finestra all’aria fresca / della sera e stare a sentire / le voci dei vicini nell’ora più vera.» – «Und im Grunde ist es doch schön / das Fenster zu öffnen, den Abendhauch / einzuatmen und die Stimmen der Nachbarn / in dieser wahrsten aller Stunden zu hören.» (Elena Spoerl) – Ort: Foce, Via Foce 1.
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Die Programme September – Oktober erscheinen Ende des Vormonats.
Reservationen / Anfragen sind erbeten an: ulrich.suter.kultur@bluewin.ch
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Vereinigung Pro Heidegg
Historische Vereinigung Seetal
Gemeinde Hochdorf